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Wann komme ich bei mir an?


„Oh Gott. Ich bin wie mein Vater.“

„Gut, dass Sie das einsehen.“

Sie hat es gesagt. Dabei wollte ich genau eins nicht sein. Ein Abbild meines Vaters. Ich wollte gebildeter, eloquenter und viel besser sein als er. Aber doch war ich die meiste Zeit meiner Kindheit und Jugend damit beschäftigt ihm gefallen zu wollen. Jedes Lob machte mich unheimlich stolz. Ich wurde akzeptiert. Jede Kritik wertete ich als totale Niederlage.

Und jetzt bin ich nicht viel anders als er. Ich manipuliere wo ich nur kann, um Situationen unter meiner Kontrolle zu haben und keine Stellung beziehen zu müssen.

Seit Jahren schaue ich in den Spiegel und sehe dabei meinen Vater. Jetzt sehe ich nicht nur aus wie er. Ich verhalte mich wie er.

Wer bin ich überhaupt? Und was will ich von diesem Leben? Was willst du, Papa, von meinem Leben?

All die Jahre habe ich mir vorgemacht frei zu sein, eigenständig, autonom, selbstbestimmt. Alles Lüge.

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