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Schweig doch mal.


Schon seit zwölf Minuten sitzen sie so da. Das weiß sie so genau, weil sie direkt auf die Uhr starrt. Sie liegt in seinen Armen und ihr Kopf ist leer. Irgendwas müsse sie doch mal sagen, denkt sie. Immerhin sind sie noch in dieser Balz- Phase. Sie müssen sich kennen lernen, um beieinander zu bleiben.
Nach vierzehn Minuten fragt er, ob alles in Ordnung sei. Sie bejaht und fragt, warum er frage und er sagte, weil du nichts sagst.

Sie sitzen jetzt schon lange Zeit im Café, trinken ihren Kaffee und schauen sich die Leute an. Beide hängen ihren Gedanken hinterher und manchmal treffen sie sich kurz, um dann wieder auseinander zu gehen.
„Weißt du, warum du meine beste Freundin bist? Weil man mit dir auch einfach mal schweigen kann. Einfach nur so dasitzen und alles ist in Ordnung. Es fühlt sich nicht  unangenehm an.“

Es gibt so viele Arten zu schweigen. Die meisten finden wir unangenehm. Es ist das Warten auf eine Antwort. Der Vorbote von etwas, das uns nicht gefallen wird. Oft haben wir das Gefühl einen leeren Raum füllen zu müssen um ihn für uns angenehmer zu machen oder ihn für uns einzunehmen.

Aber wie schön doch ein Schweigen sein kann.
Es sagt, dass alles gut ist. Da ist nichts, das beredet werden muss. Man versteht sich. Lässt Raum für jeden.

Hört endlich auf mit Worten alles ausdrücken zu müssen und lasst einfach einen Platz zwischen euch unbesetzt. Für etwas anderes.
„Wir können das alles diskutieren, aber doch bitte ohne zu reden.“
Kettcar – Lattenmessen

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