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Sag nicht Abschied.


In fünf Tagen verlasse ich diese Wohnung und ziehe in eine neue. Eine schönere.
Ich packe meine Sachen und  dort steht nun das bisschen Leben, das ich gerade habe, in ein paar einzelnen Kartons vor mir und ich bin froh, dass meine Gedanken nicht in Kartons gepackt werden müssen, weil die niemand heben könnte. Sie sind einfach zu schwer.

Mir werden das Haus und die Umgebung nicht fehlen. Langenhorn macht mir den Abschied leicht. Hier riecht es zunehmend nach Urin und die Arbeitslosen, die sich am U- Bahnhof zum gemeinsamen Bier trinken und zum Tageskarten- An- und Verkauf  treffen, werden immer mehr und immer penetranter. Jedes Mal schreit mich ein kleinerer älterer Mann an, ob ich „DENN MAL 2 EURO“ habe. Nein. Habe ich nicht. Habe ich nie.
Es ist bisweilen merkwürdig hier. Auf der einen Seite der Straße die Ein- Familienhäuser, auf der anderen Hochhäuser.
Spaß hat man hier nicht. Da muss man schon woanders hinfahren.

Und trotzdem fällt es mir nicht ganz leicht meine Sachen zu packen. Meine Vermieterin spricht von Abschied und ich will das gar nicht hören. Ich kann das Wort nicht leiden. Ich kann Dinge, die enden nicht leiden. Und Veränderungen schon gar nicht.
Das ist nun mein insgesamt achter Umzug und doch mein erster richtig eigener. Da sind keine Eltern, die mich begleiten und Sicherheit bieten. Da bin nur ich.
Und das fühlt sich ziemlich nach Erwachsen sein an.  Und das passt mir auch ganz gut.

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