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Eine Begegnung mit der Pubertät


Bahnfahrt.
Ein Mädchen stieg ein. Geschätzte vierzehn Jahre alt. Langes, gewelltes blondes Haar, schwarzer Hoodie, Röhrenjeans, schwarze Sneaker. Die Kapuze ins Gesicht gezogen. Aus ihrem Mund ragte ein pinker Schnuller.
Ich war mir sicher, der personifizierten Pubertät ins Auge zu blicken.
Wie abgeklärt erwachsen sie dort saß und dann blickte man in ihr, zu einer Schnute verzogenes, Gesicht mit dem riesigen pinken Sauggerät drin.
Irgendwo zwischen zu alt und noch nicht alt genug.

Wie sah ich mit vierzehn Jahren aus?
Ich erinnere mich, mich endlich gegen Muttis Karottenhose gewehrt und Schlaghosen getragen zu haben. Dazu immer ein schwarzes T- Shirt von einem Textil- Discounter. Meine Devise: Billig, schwarz, gut. Noch heute trage ich T- Shirts aus dieser Zeit zum Schlafen gehen.
Mit vierzehn Jahren begann ich  Musik zu hören, die ich für Punk hielt und an die man als kleines Dorfkind kommen konnte. Green Day und die Donots waren meine Helden. Da ich zu dick für die meisten Nietengürtel war, begann ich mir aus den nicht passenden Nietengürteln mit Klettverschluss Arm- und Halsbänder zu basteln, was bei meinem Umfeld nur so mittel ankam. Meine Oma sagte, im Mittelalter hätte man mich dafür zu Recht verbrannt. Später nahm sie mir die geschenkten Tarot- Karten wieder weg, da sie meinte, es sei sehr schwer sie von schwarzer Magie wieder zu reinigen.

Was nun besser ist, ob ein Schnuller oder der laienhafte Versuch Punk zu sein, vermag ich nicht zu sagen. Andererseits: Hey, das war ich. Natürlich war das cool.

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2 Kommentare zu “Eine Begegnung mit der Pubertät

  1. hehe ;D Das gefällt mich „hey das war ich, natürlich war das cool“ . Wenn ich an die Pubertät erinner, denke ich aber auch oft: „meine Fresse wie peinlich war das denn“ Aber damals fand ich mich superrebellisch und saucool. Hauptsache ich habe gezeigt, dass ich das alles mehr als Scheiße fand, was da um mich rum passierte.

  2. Immer wenn ich an meine Pubertät zurückdenke, sehe diese als Teil von mir… ich weiß auch nicht wieso ich sie im Nachhinein nicht peinlich finde … Aber ich denke, dass sie einfach dazugehört und die meisten von uns sie nicht missen möchten 😉

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