Ein Kommentar

Ein angenehmer Besuch.


Brrrrrrrrrr.

Es klingelt. Ein Mann steht vor der Tür. Er drückt sein Auge gegen den Spion.
Frau Lamprecht schaut von der anderen Seite durch das zur Spionage erfundene Loch, besinnt sich ihrer guten Erziehung, die besagt, keinen Fremden die Tür zu öffnen und geht zurück in die Küche, wo sie einen Apfelkuchen backt.

Brrrrrrrrrrrrrr brrrrrr brrrrrrrrr.

Irgendwann wird er aufgeben.

Brrrrrrrrrrrrr brrrrrrrrrrrrr brrrbrrrbrrr brrrrrrrrr.

Jetzt reicht es aber.
Sie wirft das Küchentuch, das sie immer über der Schulter hängen hat auf den Küchentisch und öffnet aufgebracht die Tür.
„Wer sind Sie und was wollen Sie? Wissen Sie eigentlich wie unverschämt Ihr Verhalten ist?!“
„Also. Mein Name ist Paul. Paul Winder. Und ich möchte mit Ihnen über Nichts reden. Darf ich reinkommen?“
„Das ist jetzt aber eher ungewöhnlich. Wenn Sie mir eine Mikrowelle oder eine Versicherung für eine Mikrowelle hätten verkaufen wollen, hätte ich Sie gerne hereingebeten. Aber so. Das kommt sehr überraschend.“
„Ich finde es aber eher lästig mit Menschen zu sprechen. Eigentlich mag ich sie auch nicht so gerne, aber manchmal fühle ich mich dann doch allein.“
„Das kenne ich nur zu gut. Ich backe gerade einen Kuchen. Wollen Sie mir dabei schweigend zusehen?“
„Ja, gerne. Aber bitte beachten Sie mich nicht.“
„Nur, wenn Sie mir versprechen kein Stück Kuchen mit mir essen zu wollen.“

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Ein Kommentar zu “Ein angenehmer Besuch.

  1. Eine sehr interessante Kurzgeschichte in einer Form, die ich so nicht erwartet hätte. Gefällt mir! 🙂

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