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Was werden und wenn ja wie viele?


Es wird Zeit für mich eine Entscheidung treffen, denn nur sein reicht nicht mehr. Man muss auch etwas werden und gewesen sein.
Also überlege was mich beruflich erfüllen würde.
Gerne würde ich journalistisch arbeiten. Aber kann  täglichich rhetorisch in Höchstform sein? Kann ich den hohen Erwartungen stand- und mit der schnellen Geschwindigkeit mithalten? Fest steht, dass, wenn ich es nicht kann, ich ganz schnell wieder an dieser Stelle sitze und überlege. „Das ist doch in jedem Beruf so!“, sagen Sie jetzt. Das mag sein. Jedoch ist es weniger persönlich, wenn eine Metzgerin entlassen wird, weil sie die Schweinehälften nicht richtig auseinander gesägt hat. Das was da aus meinem Kopf kommt, bin ja irgendwie auch ich. Vielleicht bin ich auch unfair und Henriette wünscht sich seit ihrer Kindheit Schweinehälften zu zerkleinern und es zerplatzt ein Traum, nur weil sie den Darm nicht vollständig entfernt hat.
Dann Tierpflegerin. Was für ein Beruf. Im öffentlichen Fernsehen sieht man täglich wie grün gekleidete Menschen mit niedlichen Tieren spielen und sie füttern. Schon als kleines Kind ging ich gerne in den Zoo und versuchte in das Gehege dieser niedlichen Stachelschweine zu klettern. Und genau dort fängt das Problem an. Irgendwas in mir will unbedingt jedes Tier anfassen. Würde man mich in der Natur aussetzen wäre ich innerhalb einiger Tage tot, weil ich einen Frischling anfassen musste.

Aber muss Arbeit denn immer mit Erfüllung einhergehen? Oder kann Arbeit auch einfach mal nur Arbeit sein? Etwas das man macht, um Geld zu verdienen. Etwas, das auch Spaß macht, aber nie so viel, dass man keine Freizeit mehr hat.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass Mandy in ihrer Jugend in ihrem Jugendzimmer saß und sich dachte: „Wenn ich mal erwachsen bin, dann möchte ich den ganzen Tag anderen Frauen den Intimbereich enthaaren.“
Aber Mandy tut es trotzdem. Weil sie gerne diese wirklich schönen Schuhe haben möchte.
Mandy steht morgens auf, enthaart fremde Geschlechtsteile, geht nachmittags nach Hause und dann sitzt sie zu Hause und malt die schönsten Bilder der Welt. In den schönsten Schuhen der Welt.

Ich könnte Bürokauffrau werden, den ganzen Tag in Tabellen kalkulieren, Formbriefe abschicken und aus Heftklammern kleine Tierchen formen. Das kann ich. Aber schon der Gedanke langweilt mich. Er langweilt mich so sehr, dass ich an Mandys Kundinnen denken muss. Wie sich das wohl anfühlt enthaart zu werden?

Die richtige Balance scheint wichtig zu sein. Die Balance zwischen Spaß und Notwendigkeit.
Ich will mit meiner Arbeit zum Feierabend abschließen können, nicht viele Gedanken daran mit nach Hause nehmen, aber ich will mich auch nicht jeden Morgen zur Arbeit quälen müssen, weil mir die Tätigkeit eigentlich nichts gibt.
Was das für mich ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.  

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