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Nicht mein Tag, nicht meine Woche.


Montag

Unmenschlichen Durst und kein Supermarkt in Sicht. Mit dem letzten Bargeld eine Capri Sonne aus dem Automaten am Hauptbahnhof gefischt. Kein Strohhalm dran. Schlitze mit einem Schlüssel das Trinkloch auf und beginne die Süßstoff- und Aromenschlünze auszusaugen wie Bear Grylls das Gift einer Biene aus der Tüte zu saugen. Sehe so dämlich aus, dass die Frau von gegenüber mitleidig guckt.

Dienstag

8:30 Uhr: Blut abnehmen
10:30 Uhr Termin bei der Neurologin am anderen Ende der Stadt

Aus mir unerfindlichen Gründen stelle ich den Wecker statt auf 6:30 Uhr auf 7:30 Uhr. Verhalte mich aber als wäre es 6:30 Uhr. Dann auch noch meine Tage. Um 8 Uhr wird mir gewahr, dass es nicht erst  7:00 Uhr ist. Mütze auf die nassen Haare, Gesicht waschen, losgehen.
Portemonnaie vergessen. Kein Blut abnehmen. Keine Überweisung. Nach Hause. Zu spät auf dem Weg zum Neurologen. Portemonnaie einpacken. Losfahren.
Klosterstern raus aus dem Tunnel. Es regnet wie nichts Gutes. Trage ein kurzes Oberteil. Hasse die Welt.

Mittwoch

Abends auf dem Kiez Currywurst Pommes für 7 Euro verpeist. Danach eine Flasche Gut& Günstig Selter für 1,99€ gekauft. Das sind 3,89 DM. 7,78 Ostmark. 15,56 Ostmark auf dem Schwarzmarkt. Bin mir sicher, dass der Dalai Lama ins Wasser gespuckt hat. Fühle mich schon friedlicher, wenn auch nur kurz, weil ein Verwirrter mir in den S- Bahnhof hinab, folgt. Hasse sowas. Zum Glück steigt er nicht in die Bahn ein.
Zu Hause angekommen nach einem langen Tag. Nur noch ins Bett. Fahrstuhl defekt. In den siebten Stock gelaufen. Nase voll.

Donnerstag

10:15 Uhr Termin beim Amt, Folgeeinladung.

Angst, nett sein, nicht aufmucken, Panik. Er kann mir mein Geld sofort kürzen, wenn er nicht von mir überzeugt ist.
Fahrstuhl bleibt stecken. Der innere Frieden auch.
Termin läuft gut. Fahrstuhl ist außer Betrieb. Beim Empire State Building Run-Up komme ich mindestens bis in den siebten Stock.

Ich will nicht wissen was morgen wird. Habe Augenringe und trage ein gestreiftes T- Shirt. Wie gern wäre ich ein Waschbär und würde mich nun in den Winterschlaf legen. Oder mich wenigstens heulend und trommelnd auf den Boden legen. Aber das geht nicht. Wer versichert mir denn, dass meine Nachbarn keine Schrotflinte besitzen?

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4 Kommentare zu “Nicht mein Tag, nicht meine Woche.

  1. Und die Currywurst war noch nichtmal gut…
    Ich war dafür zweimal bei Ikea und zweimal beim Baumarkt und zu Ikea muss ich mindestens noch einmal, weil das mit den Lampen so nicht funktioniert. Grummel.

  2. Da stehe ich mal wieder vor dem alten Dilemma, an dem Goethe schon verzweifelte. Darf man an ein Leiden einen Stern dran machen, sogar ausdrücklich „Gefällt mir“ anklicken ?

    Sehen Sie es daher als ausschließlich stilistisches Lob.

    Ich möchte aber noch mal meine Empörung darüber ausdrücken, daß sie immer noch nicht am Bruttoinlandsprodukt und seiner steten Steigerung beteiligt sind.

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