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Reisetagebuch Tag 4 Gdańsk (Danzig)


Um 7 Uhr spuckt mich die Matratze unter Schmerzen aus. Das Auto ist noch da. Die Katzen auch. Und sie machen Lärm.
Zuerst machen wir uns auf in Richtung Hafen. Die Stadt ist lebendiger als am Tag zuvor, trotzdem scheint Aufbruchstimmung zu herrschen. Terrassen von Restaurants werden renoviert und Ladenfenster geputzt. Wir angeln uns aus einer Bäckerei einen unglaublich leckeren Mohnstrudel. Er ist fantastisch. Im Bahnhof erhoffen wir uns Auskunft darüber wie wir am morgigen Tag am besten nach Sopot kommen. Die Fahrkartenautomaten, sowie die Damen am Schalter verstehen leider kein Englisch. Die Damen in der Touristeninformation sind zwar sehr freundlich, überreichen mir jedoch auch nur polnische Karten. Tatsächlich war der einzige Mann, der bisher deutsch mit uns sprach, der Mann in der Stettiner Dönerbude. Mit Englisch kommt, bis auf diese kleinen Ausnahmen, jedoch gut voran. Für die gekauften Ansichtskarten fehlen uns noch die Briefmarken. Scheinbar gibt es dafür keine Automaten, also besuchen wir das Postamt. Am Tresen hat man enorm viel Zeit. Darum ist der Wartebereich mit bequemen Sitzen ausgestattet. Direkt vor der Heizung. Nach 20 Minuten und noch immer drei Personen vor uns, kommen wir doch besser später wieder.
Es gibt in unserem Umkreis viele kleine Supermärkte. Bisher einzuordnen in der Kategorie „Tier“. Als Logo dienen Frosch, Marienkäfer und Affe auf unaufdringlichen Farben. In jedem Supermarkt gibt es die kleinen Süßigkeiten zum in Tüten abfüllen. Fertigessen sucht man vergebens, dafür wird hier gern eingelegt.
Es gibt am Rande der Rechtsstadt eine Markthalle. Auf drei Etagen wuselt es nur so rum. In der unteren Etage geht es fleischfarben zu. Überall liegen rosafarbene Körperteile in der Auslage. Der Mann ersteht ein in Kräuterbutter eingerolltes und dann in Teig gebackenes Schnitzel, das erst famos im Mund und dann schwer im Magen liegt. Es hat sich aber gelohnt. Im Erdgeschoss, sowie im Obergeschoss hängen und liegen günstige Kleidungsstücke in bunten Farben, mit oder ohne Strasssteine und eine Menge Fußballtrickots herum. Um die Halle herum kann man günstig Honig (in ganzen Waben in einem Riesenglas), Blumen, Eingelegtes, Obst und Gemüse erstehen.
Wir begeben uns auf die andere Seite des Hafens. Die Stadt ist zwar etwas belebter, aber noch nicht voll. Wir sind froh, dass wir uns so frei in der Stadt bewegen können und uns nicht durchschieben lassen müssen. Im Torbogen zum Hafen spielt eine Gruppe von Jugendlichen eine schöne Version von „Hallelujah“, die im Bogen wunderbar nachhallen. Eine andere Jugendliche filmt das mit ihrer Selfie- Stange und der Moment ist verdorben. Wir essen einen wunderbaren New York Cheesecake im Mon Balzac. Einem gemütlichen Café, in dem abends der Jazz tobt. Da wir große Piroschki und Piroggi- Fans sind, entdecken wir im Netz begeistert ein Restaurant mit vielen Sorten. Da müssen wir hin. Wir biege nin einige Seitenstraßen ein. Die Vorderseite der Gebäude, sowie die Hotels sind alle hübsch wieder hergestellt worden. Doch dort wo die Leute wohnen, in den Innenhöfen, ist das Bild ein trauriges. Eingeschlagene Fenster, teils eingefallene Fassaden. Wie eine Geisterstadt.

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Enttäuscht stellen wir fest, dass das Restaurant nicht mehr existiert. Stattdessen zog dort ein russisches Restaurant ein, das an der Tür Lautsprecher postiert und uns mit russischer Folklore beschallt. Wir gehen neugierig hinein. Rechts am Tisch sitzt die Familie am Notebook und schaut nur müde auf. Wir hängen unsere Jacken auf und gehen nach oben in den Gastraum. Die Musik wird unerträglich und das erste Mal verlassen wir ein Lokal ohne vorher auf die Karte zu gucken. Die Bedienung in ihrer traditionellen Tracht schaut uns irritiert hinterher. Das Restaurant hat soeben seine einzigen potentiellen Gäste verloren.
Enttäuscht gehen wir zurück ins Hotel und dort ins Restaurant. Und dann passiert es. So nah und gar nicht fern gab es endlich einen Ort, der Piroggen auf seiner Karte führte. Wir waren so glücklich, das konnte selbst die Horde Sachsen nicht zerstören, die plötzlich allerlei Tische zusammenschoben und anfingen zu reden. 1429126388908 1429126390667 1429126392207  1429367918555 1429432060080 1429432061602 1429432068070 1431815420789 1431815423630 1431815424350 1431815429493

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